Geschichte

Am 14. März 1888 fanden sich mehrere sportbegeisterte junge Männer zusammen, um über die Gründung eines Turnvereins zu beraten. Dass dies damals gar nicht so selbstverständlich war, geht aus der Tatsache hervor, dass die Vereinsgründung erst eineinhalb Jahre später, am 21.07.1889, amtlich im Vereinsregister vollzogen wurde.

Die Namen der Gründungsmitglieder lauten:
Georg Ader, Ludwig Dauscher, Georg Decker, Franz Fuchs, Philipp Fuchs, Jakob Giro, Wilhelm Hall, Adolf Hoffmann, Christian Kanoffsky, Franz Korrell, Jakob Klag, Heinrich Kronenberger, Philipp Rick und Peter Seel.
In der Folgezeit wurde fleißig trainiert und die jungen Männer unseres Dorfes nahmen mit großer Begeisterung an den Turnfesten in allen Teilen unseres Landes teil. Einige wichtige Stationen damals waren:
05.07.1891 Gauturnfest in Albisheim
24.06.1894 Gauturnfest in Grünstadt
1895 Kreisturnfest in Straßburg
05.06.1896 Gauturnfest in Kirchheimbolanden
1898 Gauturnfest in Groß-Bockenheim
1900 Gauturnfest in Eisenberg

Unser damals noch sehr junger Verein übersandte zu diesen Turnfesten jeweils eine Riege, deren Turner immer vordere Plätze belegten und mit Diplomen und Ehrenkränzen zurückkehren konnten. Eine Turnriege bestand damals aus 12 Turnern. Hier einige Namen von erfolgreichen Turnern, die immer wieder in alten Protokollen erwähnt worden sind:
Christian Best, Otto Erben, Georg Giro, Lorenz Heß, Adolf Hoffmann, Karl Schmitt und Peter Seel.
Ein weiteres wichtiges Ereignis war die Fahnenweihe im Januar 1895. Diese fand unter der Beteiligung von Sportvereinen aus Kriegsfeld, Mölsheim, Kirchheimbolanden, Göllheim und Asselheim statt. Zum damaligen Zeitpunkt war die Fahnenweihe der absolute Höhepunkt eines jeden Vereins und wurde sehr festlich begangen. Die Teilnahme der oben erwähnten Vereine zeigt, dass sich der Turnverein Bolanden durch seine erfolgreichen Turner in relativ kurzer Zeit einen guten Ruf erworben hatte.

Die Aktivitäten des Turnvereins beschränkten sich jedoch nicht auf den Sport allein, sondern es bestand auch eine Theater- und Gesangsabteilung, die regelmäßig Veranstaltungen im Dorf durchführten. So war der Verein in relativ kurzer Zeit zu einem wesentlichen gesellschaftlichen Bestandteil der Gemeinde Bolanden geworden.

Der Ausbruch der 1. Weltkrieges unterbrach jäh das Vereinsgeschehen. Viele Vereinsmitglieder fielen im Kampf für das Vaterland. Das Vereinsgeschehen ruhte nun über fünf Jahre.

Am 14. Dezember 1919 fand die erste Sitzung nach dem Krieg statt. Auch jetzt waren es vor allem junge und begeisterte Menschen, die fast nahtlos dort anknüpften, wo man durch den Krieg bedingt aufhören musste. Es entstanden die Abteilungen Turnen, Leichtathletik, Gymnastik, Theater und Gesang.

Mit dem Fußball konnte man sich noch nicht so recht anfreunden. Erst im Jahre 1920 fanden sich fußballbegeisterte junge Männer zusammen und gründeten den Sportverein Bolanden. Diese Männer entstammten alle dem Turnverein. Da aber dort das Fußballspielen noch sehr verpönt war, ging man getrennte Wege. Es gab nun in Bolanden den Turnverein und den Sportverein. Im Jahre 1929 wurde der Turnplatz am Münchbusch errichtet und am 26. Juni 1929 mit einem Festgottesdienst eingeweiht. Auch heute befindet sich wieder unser Sportgelände am Münchbusch.

Beide Vereine gingen nun mit wechselnden Erfolgen ihren sportlichen Zielen nach. Ein entscheidendes Datum der Vereinsgeschichte war der 20. September 1933. An diesem Tag trafen sich die Vertreter beider Verein in der Gaststätte Adolf Hoffmann, um sich zu einem gemeinsamen Verein zusammenzuschließen. Dieser Tag war über ein Jahr lang mit sechs Generalversammlungen und elf Ausschusssitzungen vorbereitet worden. Schließlich gründete man am 20. September 1933 den Turn- und Sportverein Bolanden, der dem Verband der deutschen Turnerschaft angegliedert war. Als neuen 1. Vorsitzenden einigte man sich auf Philipp Eberle, der bis zu diesem Zeitpunkt der Vorsitzende des Turnvereins gewesen war. Der Zusammenschluss beider Vereine machte es auch notwendig, dass man am 17. Februar 1934 erstmals eine Satzungsänderung vornehmen musste. Bezeichnen für die damalige Situation des dritten Reiches war die Tatsache, dass man sich mit 1. Führer, 2. Führer usw. anredete. Der ersten Fußballmannschaft gelang gleich auf Anhieb nach dem Zusammenschluss die Meisterschaft in der B-Klasse. Am 14.April 1934 wurde der Verein durch die Abteilung Schwimmen erweitert. Das Schwimmen fand auf dem Weierhof statt. Am 28. Februar 1939 wurde beschlossen, die Gesangsabteilung abzutrennen und beim Deutschen Sängerbund anzumelden. Dies war eine der letzten Handlungen vor dem zweiten Weltkrieg. In diesem Jahr sollte auch die 50jährige Vereinsfeier stattfinden, doch wurde dieses Vorhaben bereits von anderen Ereignissen überschattet. Am 24. Mai 1939, zugleich auch die letzte Sitzung vor dem Krieg, wurde beschlossen, die Gründungsfeier auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Der Beginn des zweiten Weltkrieges bedeutete auch diesmal wieder das Ende des Vereinslebens. Diese Zwangspause dauerte sieben Jahre. Am 20. Juni 1946 kamen eine große Anzahl Vereinsmitglieder zusammen, um wieder den einzelnen Sportarten nachzugehen. In einer Feierstunde gedachte man den vielen Toten, die der Krieg gefordert hatte. Noch ganz unter den Eindrücken der schrecklichen Ereignisse trug der damalige Schriftführer auf Beschluss im Protokollbuch ein:

„Unsere einst so blühenden Städte liegen in Trümmern, unsere Lebensgrundlagen Industrie, Handel und Verkehr sind zum größten Teil zerstört. Not, Hunger, Elend und Verzweiflung ist über das Volk gekommen. Fremde Mächte haben unser Vaterland besetzt und es in Zonen aufgeteilt. Das deutsche Volk muss weiterleben, wir müssen von Neuem aufbauen, Dazu brauchen wir ein gesundes Volk an Leib und Seele, einen neuen Geist für den Aufbau unseres Vaterlandes und einen dauerhaften Frieden unter den Völkern.“ Diese Worte sind ein erschütterndes Dokument der vorhergegangenen Ereignisse. In einer Zeit, in der es weder die Bundesrepublik, noch das Land Rheinland-Pfalz gab, nur eine französische Militärregierung, beschlossen am 20.06.1946 viele Bürger Bolandens, den Verein neu zu aktivieren. Die französische Militärregierung musste die Zulassung des Sportvereins genehmigen, was dann auch am 05. August 1946 geschah.

Zum 1. Vorsitzenden wählte man Jakob Kaiser, zum 2. Vorsitzenden Johann Seel und zum Schriftführer Wehrmann Seel. Weiter gehörten dem Vorstand an: Heinrich Vogt, Ludwig Zöll, Rudolf Bohrmann, Jakob Heß, August Siegel und Robert Fuchs.

Diese Männer trugen wesentlich zum kontinuierlichen Aufbau nach dem Krieg bei. Die sportlichen Aktivitäten wurden wieder aufgenommen und alle Abteilungen erfreuten sich regen Zuspruchs. Der Verein konnte sich erfolgreich ausdehnen und ein reichhaltiges Angebot im Bereich des Breitensportes anbieten, wobei die Leistungskurven nach oben zeigten und die Zahl der Vereinsmitglieder ständig anstieg.

Seit den 60er Jahren beteiligten sich zunehmend Mädchen und Frauen aktiv im Sportverein, worüber man sehr erfreut war. Mit der Zunahme der sportlich Aktiven zeigte es sich bald, dass es an geeigneten Sportstätten fehlte. Von Seiten der Gemeinde Bolanden reagierte man rasch und ließ Anfang der 70er Jahre den Sportplatz und die Turnhalle bauen. Beide Sportstätten wurden dem TuS zu Verfügung gestellt.

Die Einweihung des Sportplatzes fand am 26. Mai 1973 statt.

In den Jahren 1980/81 wurde dann das vereinseigene Sportheim am Sportplatz gebaut.

Weitere bauliche Höhepunkte waren 1983 die Errichtung der Flutlichtanlage und 1985 die Installation einer Beregnungsanlage auf dem Sportplatz. Diese drei Projekte hätten ohne die unermüdliche und ehrenamtliche Tätigkeit vieler Vereinsmitglieder nicht verwirklicht werden können. Im Jahre 1979 konnte man mit einem großen Festprogramm das 90jährige Vereinsbestehen feiern, und aktuell feierten die Freizeitsport Damen vor einigen Wochen ihr 30jähriges Bestehen.

Hier nun einige sportliche Erfolge des Vereines in den letzten 40 Jahren.

In den 70er Jahren zeichnete sich die Jugendarbeit des Vereins besonders aus, denn der A-Jugend-Mannschaft des TuS Bolanden gelang es mehrfach die Meisterschaft und den Pokal zu gewinnen. Auch im Jahre 1988 gelang es wieder einer A-Jugend-Mannschaft des TuS, die Kreismeisterschaft zu erringen.

Aus der erfolgreichen A-Jugend-Mannschaft der 70er Jahre gelang vielen Spielern der Sprung in die 1. Mannschaft und die kontinuierliche Jugendarbeit hinterließ auch hier ihre Spuren: 1979 wurde die 1. Fußballmannschaft Zweiter der Meisterrunde und gewann den Kreispokal. Die 2. Mannschaft wurde Meister der Reserve.1980 wurde die 1. Mannschaft dann wieder Kreispokalsieger.

Ein absoluter sportlicher Höhepunkt wurde die Saison 1981/82 für den Verein. Die 1. Mannschaft wurde Meister der B-Klasse und schaffte somit erstmals den Aufstieg in die A-Klasse. Im gleichen Jahr gewann man wieder den Kreispokal und den Felix-Dilg-Pokal. Auch in der A-Klasse konnte die 1. Mannschaft des TuS seither immer sehr gut mitspielen und verpasste nur knapp den Aufstieg in die Bezirksliga.

In den 80er Jahren wurden dann mehrere regelmäßige Sportereignisse durchgeführt:

Seit dem Jahr 1988 wurde ein Verbandsgemeindefußballturnier in der Halle durchgeführt, wobei sich unser Verein gleich als erster Hallenmeister in die Annalen eintragen konnte.

Von 1983 bis 1988 ist ein weiteres sportliches Ereignis zu einem festen Bestandteil der Gemeinde Bolanden geworden, das Dorfturnier. Folgende Mannschaften konnten sich in die Siegerliste eintragen:
1983 Untergasse
1984 Untergasse
1985 Radfahrverein
1986 Untergasse
1987 Neubürger
1988 Untergasse

Auch die Tischtennisabteilung des Vereins leistet hervorragende Arbeit und 1976 gelang der Aufstieg der 1. Mannschaft in die Kreisliga. 1986 konnte man sogar das Bezirkspokalendspiel erreichen, in welchem man nur knapp unterlag. 1988 wurde die Tischtennisabteilung mit der Durchführung des Verbandsgemeindeturniers beauftragt und diese Veranstaltung wurde mit großem Erfolg durchgeführt.

Im Jahr 2006 blickt man mit Stolz auf ein weiteres Jubiläum. Seit Jahren hat der TuS Bolanden Kontakte zu dem Sportverein Skaelskoer in Dänemark. Traditionsgemäß über die Pfingstfeiertage traf man sich all die Jahre immer wieder mit den dänischen Freunden. Diese Freundschaft besteht nun schon seit 20 Jahren und dementsprechend wurde dieses Jubiläum auch gefeiert. Vor allem der festliche Akt im Kloster Hahne hat viele Teilnehmer sehr beeindruckt.

Nach langen Jahren der Vorbereitungen und immerwährenden Neuanträgen in den kommunalpolitischen Gremien ist es der Gemeinde im Frühjahr 2008 endlich gelungen ein Budget für den Bau eines Kunstrasenplatzes anstelle des alten Tennenplatzes zu erhalten.

Am 30.08.2008 begannen die Bauarbeiten auf dem Sportgelände Am Münchbusch mit einem Arbeitseinsatz vieler freiwilliger Helfer zum Abbau der Tore und Randgeländer. Nach zügigem Beginn in den ersten Septembertagen stockten dann die Bauarbeiten udn konnten bis in den Oktober nur mühsam aufrecht erhalten werden. Zwei weitere Arbeitseinsätze im November 2008 wurden ebenfalls wieder durch viele freiwillige Mitglieder des TuS durchgeführt. Aber die Bauarbeiten für den Austausch der Drainage unter dem Sportplatz und zur Vorbereitung des Untergrundes konnten leider nicht fristgerecht beendet werden. Deshalb konnte die mit dem Bau der Kunstrasenfläche beauftragte Firma Polytan vor dem Wintereinbruch nur noch die Elastikschicht aufbringen. Die Kunstrasenrollen überwinterten am Randes des Platzes.

Endlich Anfang April 2009 war es wieder warm genug und innerhalb von knapp drei Wochen war der Platz dann fertig. Am 24.04.2009 fand um 18:00 Uhr das erste Heimspiel der D-Jugend des TuS auf dem neuen Kunstrasenplatz statt.

Hier ein Foto der historischen Mannschaft mit ihrem Trainer Knut Hauser:



Die D-Jugend weihte den neuen Platz mit einem 6:4 Sieg erfolgreich ein.

Heute können sich Mitglieder des TuS Bolanden in den Abteilungen Breitensport (mit Damen-, Herren- und Kinderturnen), Fußball (Herren-, Altherren- und Jugendmannschaften) und Tischtennis sportlich betätigen.